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Sauberes Ergebnis im IKT-Warentest: Alle Hausanschluss-Liner halten dicht

Die getesteten Liner sind dicht. Das ist das Ergebnis der Neuauflage des IKT-Warentest Hausanschluss-Liner. Seit dem letzten Test haben sich Qualität und Funktionsfähigkeit deutlich verbessert. Der Vorsprung des Testsiegers ist geschrumpft.

Die Sanierung schadhafter Hausanschlussleitungen mit dem Schlauchlining-Verfahren funktioniert auch bei schwieriger Leitungsführung. Das bewiesen die Systemanbieter beim jetzt vom IKT – Institut für Unterirdische Infrastruktur veröffentlichten Warentest Hausanschluss-Liner. Im Gegensatz zum ersten Test vor fünf Jahren haben diesmal alle Kandidaten ihre Kernaufgabe erfüllt: die zu sanierenden Hausanschlussleitungen abzudichten. Noch immer liegt der Brawoliner vorn, doch das Feld hat zum Führenden aufgeschlossen.

Alle sind Gewinner

In zwei Szenarien wurden die Liner getestet: In der Standardsituation erreichten vier Liner das Prüfurteil „gut“. Lediglich der Prototyp epros DrainGlassLiner erhielt ein „ausreichend“. In der Extremsituation schnitt der Brawoliner XT mit „sehr gut“ (1,3) am besten ab. Drei weitere Produkte erhielten ein „gut“. Der Prototyp erreichte ein befriedigend (2,9). „Insgesamt ein gutes Ergebnis“, bestätigte der Projektleiter bei der Präsentation der Ergebnisse vor Vertretern des kommunalen Lenkungskreises und der Systemanbieter. „Die, die angetreten sind, können jetzt mit ihren guten Ergebnissen werben.“

In der Tat haben die Systemanbieter Qualität und Funktionsfähigkeit seit dem letzten Test deutlich weiterentwickelt. Selbst in Bögen und an Versätzen zeigten die eingesetzten Produkte kaum nennenswerte Faltenbildung. Mit Verstopfungsgefahren ist bei allen Kandidaten daher kaum oder gar nicht zu rechnen. „Im Vergleich zum letzten Test konnten wir eine deutliche Verbesserung der Funktionsfähigkeit feststellen“, so der Projektleiter. Offensichtlich wurde durch den ersten Linertest ein Qualitätsschub angestoßen. Denn auch beim Thema Dichtheit hat sich einiges getan.

 

 

Die Tabelle als pdf sehen Sie hier.

 

Schwachstelle Laminat

In der Luftdruckprüfung nach DIN EN 1610 erwiesen sich sämtliche sanierten Leitungen in allen Fällen als dicht – selbst nach mechanischer Beanspruchung durch mehrfache Reinigung mit Hochdruck und vereinzelten Einsatz einer Kettenschleuder. „Wir konnten dann auf die Prüfung mit Wasser verzichten“, kommentierte der Projektleiter das gute Ergebnis aller Kandidaten.

Als Schwachstelle haben die Ingenieure des Gelsenkirchener Instituts allerdings das Laminat identifiziert. Die in der DIBt-Zulassung zugesicherten Eigenschaften des Laminats hinsichtlich Dichtheit und Mindestwanddicke wurden vielfach nicht erfüllt. Mehr als ein Fünftel der Laminat-Prüfstellen bestanden die Dichtheitsprüfung nach APS-Richtlinie nicht. In der Standardsituation blieb beim Rhodamin-Test kein Laminat dicht. Die in der Strangprüfung bestätigte Dichtheit leistet also oftmals nur das Gesamtsystem aus Liner (Folie und Laminat) und dem bestehenden Rohr.

Stellenweise dünne Wandung
Die Probennahme zeigte zudem für sämtliche Produkte nennenswerte Schwankungen der Wanddicke über Linerlänge und -umfang. Alle eingesetzten Linerprodukte zeigten – wenn auch z.T. nur in kleinflächigen Ausnahmefällen – bereichsweise Unterschreitungen der Mindestwanddicke von drei Millimetern.

 

 

Harzaustritt


Insbesondere an großflächigen Schadstellen und undichten Muffen ist mit einer geringeren Wanddicke zu rechnen, so der Testbericht, denn dort traten erhebliche Mengen des Liner-Harzes in den Untergrund. Die Prüfer vermuten als positiven Nebeneffekt, dass diese Harzaustritte an den undichten Rohrverbindungen zu einer Absperrung des Ringraums gegen Umläufigkeiten beitragen.

Enormer Aufwand
In den Großversuchsstand des IKT wurden für den Warentest insgesamt 36 Hausanschlussleitungen eingebaut und mit Boden überschüttet. Die Länge der einzelnen Leitungen betrug jeweils rund zwölf Meter. Dabei wurden typische Schadensbilder wie Längs- und Querrisse, Scherben, undichte Verbindungen und fehlende Rohrstücke nachgebildet.

 

 

Teststrecken im IKT-Großversuchsstand vor Überschüttung)

Zwei Schadensszenarien warteten auf die Sanierer: Die Standardsituation bildete die Mindestanforderungen an bogengängige Liner ab, die Extremsituation steigerte diese Anforderungen durch 90-Grad-Bögen sowie Material- und Nennweitenwechsel.

Hartes Testprogramm
Die Hausanschluss-Liner wurden einem umfassenden Prüfprogramm unterzogen, in dessen Mittelpunkt die Anforderungen an Funktionsfähigkeit, Dichtheit und Tragfähigkeit der Struktur standen. Bezüglich der Dichtheit wurden sowohl das Belastungsszenario Innendruck als auch Außenwasserdruck, sowie Einflüsse der HD-Reinigung betrachtet. Die Empfindlichkeit unter Auftrieb wurde gesondert bewertet. Um die Stabilität der Liner zu untersuchen, wurden Elastiziatätsmodul, Ring-Stabilität und Kriechneigung getestet.

Im Gesamtblick zeigt der IKT-Warentest Hausanschluss-Liner, dass die Renovierung schadhafter Hausanschlussleitungen mit dem Schlauchlining-Verfahren auch bei schwieriger Leitungsführung zur Abdichtung gegen Exfiltration eine sinnvolle Lösung darstellen kann. Eine besondere Herausforderung stellt aber noch der Anwendungsfall der Fremdwassersanierung mit seinen spezifischen Auftriebsrisiken dar. Hier sind auch ganzheitliche Lösungen zur gezielten Regulierung des Grundwasserstands gefragt.



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