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IKT-Lehrgang: Neue DIN 1986-30

16.05.2012

Zweitägiger Lehrgang vermittelt die Inhalte der überarbeiteten Norm in Theorie und Praxis.

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4. Deutscher Tag der Grundstücksentwässerung in Dortmund

08.03.2012

In der zweiten Jahreshälfte 2012 findet in der Dortmunder Westfalenhalle der 4. Deutsche Tag der...

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IKT-Lehrgang "Zertifizierter Berater Grundstücksentwässerung"

31.08.2011

Um den erhöhten Beratungsbedarf bei den Grundstückseigentümern durch den neuen §61a...

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Aufbaukurs für ZBG: Sachkunde Dichtheitsprüfung

14.07.2011

Das IKT bietet einen Aufbaukurs gezielt für Zertifizierte Berater Grundstücksentwässerung (ZBG) zum...

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Sanierung: Verfahren, Technik, Kosten und mehr…

Wie kann saniert werden? Wo sind die Einsatzgrenzen der Techniken? Was kann das Kosten? Wie können Kosten eingespart werden? Antworten auf drängende Fragen finden Sie im Folgenden.

Wenn die Dichtheitsprüfung ergeben hat, dass die private Abwasseranlage nicht dicht ist, so ist eine Sanierung notwendig.

 

 

Ein mögliches Sanierungsverfahren: Inliner

 

Der Sinn der Dichtheitsprüfung ist die Feststellung und zeitnahe Behebung der Schäden!

Das gemeinsame Ziel der privaten und öffentlichen Betreiber von Abwasserleitungen sollte ein dichtes Gesamtnetz sein

  • zum Schutz des Bodens und des Grundwassers
  • aber auch zum Schutz der Gebäude
  • und zum Schutz vor Überlastung des gesamten Abwassersystems

 

Welches Sanierungsverfahren zu wählen ist, hängt im Wesentlichen von Art, Ausmaß und Lage der Schäden sowie von den örtlichen Randbedingungen auf dem Grundstück ab.

 

Welche Sanierungsmöglichkeiten gibt es?

 

 

Überblick über Sanierungsverfahren

 

Maßgeblich für die Verfahrensauswahl sind die vorgefundenen Schäden – wobei unterschieden werden muss nach Schadensart, Schadensverteilung und Schadensausmaß - sowie die Zugänglichkeit der Leitungen. Dabei ist aus einer Vielzahl von Sanierungsverfahren das technisch geeignetste und wirtschaftlich günstigste auszuwählen. Grundsätzlich sind zwei Sanierungsmöglichkeiten zu unterscheiden:

  • Erneuerung in herkömmlicher, offener Bauweise
  • Grabenlose, geschlossene Sanierung ohne Aufbruch der Oberflächen

 

Häufig kann auch eine Kombination verschiedener Verfahren die optimale Lösung sein. Die Wahl des geeigneten Sanierungsverfahrens hängt immer von den individuellen Randbedingungen im Einzelfall ab.

 

Erneuerung in offener Bauweise

 

 

Erneuerung in offener Bauweise


Die defekten Leitungen durch neue zu ersetzen, ist eine Möglichkeit zur Sanierung. Außerhalb des Gebäudes werden hierbei die Leitungen im offenen Rohrgraben neu verlegt. Das bedingt den Aufbruch der Oberflächen z.B. im Vorgarten oder in einer Garageneinfahrt.

Leitungsschäden unterhalb der Bodenplatte oder des Kellers sind schwer zugänglich. In diesen Fällen bietet sich häufig eine Neuverlegung durch abgehängte Leitungen unter der Kellerdecke oder entlang der Kellerwände an. Die alten Leitungen werden außer Betrieb genommen und verdämmt. Hierbei ist zu beachten, dass der Abfluss aus tieferliegenden Entwässerungsgegenständen (Bodeneinläufen, Duschen oder Waschmaschinen) über eine Hebeanlage in die neue Leitung gepumpt werden muss. Ein wesentlicher Vorteil der offen zugänglichen Leitungen ist die optimale Kontrolle. Für diese Leitungen wird kein Dichtheitsnachweis verlangt.

 

Grabenlose, geschlossene Sanierung
Es gibt mehrere praxiserprobte Verfahren, mit denen die Dichtheit einer Leitung wiederhergestellt werden kann, ohne Oberflächen aufbrechen zu müssen. Einzelschäden können häufig repariert werden, indem Kurzliner oder Innenmanschetten innerhalb des Rohres eingesetzt werden. Unter bestimmten Bedingungen kann auch ein Verfahren zur Anwendung kommen, bei dem das schadhafte Rohr mit dem Flutungsverfahren abgedichtet wird.

Wenn Art und Umfang der Schäden oder auch die örtlichen Randbedingungen diese Sanierungsverfahren nicht zulassen, so kann auch das Einziehen eines harzgetränkten Schlauchs (Inliner) zielführend sein.

Schwere Schäden wie z.B. Rohrbruch sind durch diese Verfahren allerdings nicht mehr zu beheben. Aber auch in diesen Fällen kann eine grabenlose Sanierung durch Verlegung einer neuen Leitung z.B. durch Berstlining möglich sein.

 

Kurzliner

 

 

Einbauschema Kurzliner


Beim Kurzliner-Verfahren wird ein mit Harz getränktes Gewebe mit Hilfe eines Packers (Blase, die aufgeweitet wird) an der zu reparierenden Schadensstelle positioniert. Anschließend wird der Packer mit Luft gefüllt. Dadurch wird das getränkte Gewebe an die Rohrwandung gepresst, so dass überschüssiges Harz in die Schadensstelle hinein gepresst und eine dauerhafte Abdichtung hergestellt wird. Das Gewebe muss eine feste Klebeverbindung mit der Rohrwandung eingehen.

 

Innenmanschetten

 

 

Innenmanschette im nicht-eingebauten Zustand

 

Im beschädigten Bereich der Leitung wird eine Stahlmanschette mechanisch verspannt. Die Abdichtung erfolgt i.d.R. durch eine außenliegende Dichtung z.B. aus elastischem Kunststoff (Elastomer) oder Kunstharz. Die Manschette wird ferngesteuert unter Beobachtung einer Kanalfernsehanlage positioniert. Voraussetzung für dieses Verfahren ist ein gut zugänglicher Revisionsschacht.

 

Flutungsverfahren
Beim Flutungsverfahren wird der zu sanierende Leitungsabschnitt zunächst mit Blasen abgesperrt. Dann werden in zwei Arbeitsschritten nacheinander zwei Silikatgel-Komponenten eingefüllt und die Überschussmengen wieder abgesaugt. Die beiden Dichtungsmaterialien sammeln sich in Poren und Hohlräumen rund um das Rohr, reagieren dort miteinander und bilden eine feste, wasserdichte Masse, die die Schadensstelle abdichtet. So lassen sich auch unzugängliche Leitungsbereiche schnell sanieren. Allerdings müssen geeignete Bodenverhältnisse vorliegen, die vorab über eine Wasserdruckprobe abzuklären sind.

 

Inlinerverfahren

 

 

Hausanschlusssanierung mit einem Schlauchliner


2Beim Inlinerverfahren wird ein mit Kunstharz getränkter Schlauch aus Polyesterfaser oder Nadelfilz (Liner) mit Luft- oder Wasserdruck so in die Leitung eingestülpt und aufgeweitet, dass er an der Rohrwand überall dicht und weitestgehend faltenfrei anliegt. Das Harz härtet innerhalb weniger Stunden aus und bildet in der alten Leitung ein neues Rohr. Bögen und Verzweigungen können die Einsatzmöglichkeiten dieses Verfahrens einschränken. Zuläufe, die durch den Liner verschlossen wurden, müssen nach der Sanierung durch einen Fräsroboter wieder geöffnet werden.

 

Berstlining

 

 

Berstlining (Quelle: Tracto Technik)


Neuartige Bauverfahren erlauben auch eine "grabenlose Neuverlegung" von Leitungen, ohne Beschädigung der Oberflächen. Beim Berstlining-Verfahren wird die alte Leitung mechanisch zerbrochen und ins Erdreich verdrängt; zugleich zieht man im gleichen Arbeitsgang eine neue Kunststoff-Rohrleitung ein. Zum Einsatz des Berstlining sind zwei Baugruben als Start und Ziel der Montagestrecke erforderlich.

 

Welche Sanierungsverfahren sind zu wählen?

Welches Sanierungsverfahren im Einzelfall unter technischen und wirtschaftlichen Aspekten am besten geeignet ist, lässt sich pauschal nicht beantworten. So stellt sich z.B. häufig in der Praxis heraus, dass nur eine Kombination aus verschiedenen Sanierungsverfahren zu einem optimalen Ergebnis führt. Bei der Verfahrensauswahl sind viele Aspekte zu berücksichtigen, z.B.:

  • Lage des Schadens (z.B. unter der Bodenplatte)
  • Schadensart und –umfang
  • Leitungsverlauf
  • Anzahl und Krümmungsgrad der Bögen
  • Nennweite und Werkstoff der Leitung
  • Zugänglichkeit
  • Grundwasserstand
  • Bodenart
  • Leitungsalter
  • Möglichkeit zur Stilllegung von Entwässerungsgegenständen

 

Einen Überblick über die Vor- und Nachteile der einzelnen Sanierungsverfahren finden Sie hier.

Unterstützung bei der schwierigen Entscheidung über ein geeignetes Sanierungskonzept erhält der Grundstückseigentümer durch einen Sanierungsfachmann. Das kann beispielsweise ein Zertifizierter Entwässerungsberater sein oder der Sachkundige, der auch die Dichtheitsprüfung durchgeführt hat.

 

Wer kann Sanierungen durchführen?

Nach der Entscheidung für ein schlüssiges Sanierungskonzept sollte ein anerkannter Fachbetrieb mit der Durchführung der Sanierung beauftragt werden. Ein Kriterium für die Fachkunde und Leistungsfähigkeit kann beispielsweise eine freiwillige Gütesicherung und Fremdüberwachung - zum Beispiel durch die Gütesicherung Kanalbau - sein. Dort geführte Fachfirmen sind unter www.kanalbau.com zu finden. Die Praxis hat gezeigt, dass es sich lohnt, Vergleichsangebote von verschiedenen Fachbetrieben einzuholen.

Es ist bei der Beauftragung unbedingt darauf zu achten, dass das zur Ausführung kommende Verfahren die bauaufsichtlichte Zulassung des Deutschen Institutes für Bautechnik (DIBt) hat. Dieses Zulassungsverfahren beinhaltet umfangreiche Produktprüfungen und garantiert dem Verbraucher verlässlich die Brauchbarkeit eines Bauproduktes.

Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten ist unabhängig vom gewählten Verfahren eine Dichtheitsprüfung durchzuführen. Die Bescheinigung der Dichtheit gibt dem Grundstückseigentümer die Gewissheit, dass die Sanierungsarbeiten erfolgreich durchgeführt wurden. Etwaige Mängel werden aufgedeckt und sind im Rahmen der Gewährleistung kostenfrei vom Unternehmer zu beseitigen. Außerdem sollte der Grundstückseigentümer unbedingt die Dichtheit prüfen und dokumentieren lassen, da der Nachweis von der Kommune eingefordert werden kann (§ 61a LWG NRW). Es ist zu beachten, dass nicht nur die sanierten oder geänderten Bereiche, sondern auch alle damit in Verbindung stehende Grundleitungen zu prüfen sind.

Um eine abschließende neutrale Prüfung zu erhalten, ist es u.U. empfehlenswert, die Dichtheitsprüfung nicht von dem ausführenden Unternehmen selbst, sondern von einem unabhängigen Sachkundigen durchführen zu lassen.

 

Was kostet die Sanierung?

Die Kosten für eine Sanierung der Grundstücksentwässerungsleitungen hängen sehr stark von den Gegebenheiten im Einzelnen ab. Den bisherigen Erfahrungswerten nach können die Gesamtkosten einer Sanierung zwischen 1000 und 7000 € pro Grundstück liegen oder - auf die Leitungslänge bezogen - bei 250 bis 500 €/m. Im Einzelfall können auch höhere Kosten entstehen. Von besonderem Einfluss auf die Kosten sind:

  • Art, Umfang und Lage der Schäden
  • Länge, Verzweigungsgrad, Nennweiten (DN) Tiefenlage der Abwasseranlage
  • Zugänglichkeit
  • Vor- und Nacharbeiten wie z.B. Schaffung von Zugängen, Pflaster- oder Fliesenarbeiten
  • Gewählte Sanierungsverfahren
  • Besonderheiten wie z.B. Umklemmen einer Dränageleitung

 

Wie können Kosten bei der Sanierung eingespart werden?

Es gibt zusätzlich zu den bei der Dichtheitsprüfung aufgeführten Überlegungen verschiedene Ansätze, um Kosten für die Sanierung einzusparen, insbesondere:

  • ein gut durchdachtes Sanierungskonzept - von einem Fachmann,
  • falls möglich: Abhängen von Leitungen unter der Kellerdecke, statt aufwändige Sanierung der Grundleitungen unter den Fundamenten,
  • Zusammenschluss mit Nachbarn, um durch ein größeres Auftragsvolumen bessere Preise und gute Qualität zu erzielen,
  • Vorbereitung der Maßnahmen z.B. durch Beschaffung von Planunterlagen und Freilegung von Revisionsöffnungen im Haus und auf dem Grundstück,
  • Prüfung des Versicherungsschutzes. Unter bestimmten Voraussetzungen zahlt die Wohngebäudeversicherung bei Schäden an den Leitungen.
  • Abstimmung einer Sanierung der Grundstücksentwässerung mit sowieso geplanten Baumaßnahmen auf dem Grundstück oder im Haus,
  • Eigenleistung (nur sehr bedingt möglich). Die abschließende Dichtheitsprüfung ist in jedem Fall nur von einem zertifizierten Sachkundigen durchzuführen.
  • Selbstnutzende Immobilieneigentümer können Handwerker-Lohnkosten im Zusammenhang mit der Beauftragung von Sanierungsleistungen steuerlich absetzen.
  • Grundstückseigentümer, die ihre private Entwässerungsanlage prüfen und/oder sanieren lassen, können ein zinsgünstiges Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Anspruch nehmen. Der Antrag muss vor Beginn der Maßnahme bei der Hausbank eingereicht werden. Die Förderung nennt sich: Programm 141, Wohnraum Modernisieren – Standard“. Informationen im Internet: www.kfw-foerderbank.de


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